Der Schwarzwald ist Deutschlands klassische Bäderregion, und das merkt man an der Dichte der Kurorte: Baden-Baden, Bad Wildbad, Bad Herrenalb und Bad Peterstal-Griesbach im Norden, Badenweiler und Bad Krozingen im Süden – schon das „Bad" im Namen verrät die Tradition. Für die Standortwahl ist das mehr als Folklore. Kurorte haben über Jahrzehnte eine breite Hotellerie aufgebaut, von der einfachen Kurpension bis zum großen Haus, und sie liegen fast immer verkehrsgünstig am Talausgang oder am Rand des Gebirges – kurze Anfahrt zu den Passstraßen inklusive.
Der eigentliche Gewinn ist die Therme am Abend. Nach einem langen Tag im Sattel tut warmes Thermalwasser Nacken, Schultern und Knien spürbar gut, und an einem der im Schwarzwald häufigen Regentage hast du eine Alternative, die nicht nur Warten heißt. Baden-Baden mit dem historischen Friedrichsbad und der modernen Caracalla-Therme ist die bekannteste Adresse, aber fast jeder Kurort hat sein eigenes Thermalbad. Achte bei der Buchung darauf, ob dein Haus Eintritt oder vergünstigten Zugang bietet – viele Kurhotels sind mit der örtlichen Therme verbunden.
Als Basislager im Nordschwarzwald sind die Bäderorte besonders praktisch: Von Baden-Baden und Bad Herrenalb aus erreichst du die Schwarzwaldhochstraße B500 schnell, ohne dich vorher durch enge Täler quälen zu müssen. Für die Mischung aus Fahren, gutem Essen und einem Abend im warmen Wasser ist ein Kurort das passende Quartier.
Auf der Rechnung steht dafür ein eigener Posten. Ein großer Teil der Ferienorte im Schwarzwald erhebt eine Kurtaxe beziehungsweise einen Kurbeitrag – pro Person und Übernachtung, auf dem Campingplatz genauso wie im Hotel. Die Höhe setzt jede Gemeinde selbst fest und variiert erheblich, im Winter mancherorts anders als im Sommer. Wichtig ist vor allem: Der Betrag ist im ausgewiesenen Zimmerpreis meist nicht enthalten und wird bei der Abreise separat abgerechnet. Zu zweit und über eine ganze Woche ist das ein Posten, den man beim Vergleich zweier Häuser kennen sollte. Den Meldeschein füllst du dafür ohnehin aus.
Der Gegenwert ist konkreter, als viele denken: In den teilnehmenden Orten bekommst du mit dem Meldeschein die KONUS-Gästekarte, die während des Aufenthalts zur kostenlosen Nutzung von Bus und Bahn in den beteiligten Verkehrsverbünden des Schwarzwalds berechtigt. Am Dauerregentag oder wenn die Maschine in der Werkstatt steht, ist das der Unterschied zwischen festsitzen und unterwegs sein.
In den Kurorten gelten außerdem eigene Ruhezeiten, teilweise mit ausgewiesenen Kurgebieten und entsprechenden Vorgaben in der örtlichen Satzung. Praktisch relevant ist bei der Buchung vor allem die Frage nach der Frühstückszeit: In traditionellen Kurhäusern startet es später, als es einer Tourengruppe lieb ist. Der wöchentliche Ruhetag der Küche gehört in dieselbe Frage.